Allgemein, Infostandberichte

9. August 2017 – Dublin III

Es kommen viele Menschen aus Mali zu uns. Alle Personen haben ein Dublin-Verfahren am Hals. Gemäß der Dublin III Verordnung können Menschen nur in dem EU-Land einen Asylantrag stellen, das sie zuerst betreten haben – auch wenn diese das gar nicht möchten und z.B. lieber in Deutschland, Österreich oder Schweden einen Asylantrag stellen wollen (1). Da die Betroffenen alle in Italien zwangsweise registriert wurden, möchte die BRD sie nun alle wieder zurück nach Italien abschieben – obwohl die Geflüchteten dort desolate Zustände erwarten (2). Die Malier_innen sind offenbar noch alle in der „alten“ Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht. Vom neuen Transitzentrum wissen sie nichts. Die Menschen berichten uns, dass sie 115 € Taschengeld erhalten. Diese geringe Summe reicht nicht, um dringend benötigte Anwaltskosten zu bezahlen. Von diesem Geld müssen sie z.T. auch Medikamente kaufen. Im Lager selbst findet offenbar nur Asylsozialberatung für Personen, die in der Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht sind, statt. Personen, die im Bereich des Transitzentrums leben und sich beraten lassen möchten, müssen zur Caritas in der Bajuwarenstraße laufen. Uns wird berichtet, dass nur einmal am Tag Essen ausgegeben wird.

(1) https://www.proasyl.de/thema/eu-asylpolitik/ [Stand: 29.10.2017]

(2) https://www.proasyl.de/news/abschiebungen-nach-italien-deutschland-schickt-familien-in-eine-unsichere-zukunft/ [Stand: 29.10.2017]