Allgemein, Infostandberichte

18. April 2018 – „Dieses Camp ist ein Gefängnis“

Heute scheint die Sonne. Viele Menschen kommen zum Infostand. Aber der Frühlingsanfang kann ihnen keine neue Hoffnung bringen – die Hoffnungslosigkeit, Depression und Verzweiflung im Abschiebelager steigt.

Verschiedene Menschen berichten uns unabhängig voneinander, dass die Polizei fast jede Nacht kommt und nach Menschen sucht, um sie abschieben zu können. Dabei geht die Polizei sehr rabiat vor, tritt Türen von Schlafenden mit den Füßen auf, obwohl sie einerseits wissen, dass die Türen nicht abgesperrt sind und andererseits, in welchem Zimmer die Gesuchten sind. Bislang haben nur Frauen Schlüssel für Zimmer, die Männer möchten die Zimmer auch absperren können. Falls sich während der Polizeieinsätze jemand im Gang aufhält, werden alle kontrolliert. Diese ständigen Kontrollen und nächtlichen Abschiebeaktionen zermürben alle Menschen. Die Angst und Verunsicherung soll alle treffen.

„Dieses Camp ist ein Gefängnis. Alle Menschen sind hoffnungslos, manche fangen an zu trinken, das macht neue Probleme. Wir können unsere Zimmer nicht absperren. Die Polizei kommt jede Nacht. Auch wenn ich weiß, dass sie mich nicht sucht, habe ich Angst.“

Auch erzählen Geflüchtete, dass sie zum Teil die Genehmigung „Arbeiterlaubnis mit Zustimmung der Ausländerbehörde“ haben – die Ausländerbehörde sie ihnen aber auch wenn sie eine Arbeit vorweisen können, nicht erteilt.

Zudem wird berichtet, dass am Vormittag zwei oder drei Busse Menschen aus Moldawien weggebracht haben. Es sah nicht nach einer Sammelabschiebung aus. Aber die Menschen werden im Unklaren gelassen, ob es eine freiwillige Ausreise oder eine Verlegung war.