Allgemein, Infostandberichte

13. Juni 2018 – Sachleistungen

Heute waren sehr viele Menschen beim Infostand. Zum ersten Mal waren auch Geflüchtete aus Nigeria da – vielen von ihnen droht eine Dublinabschiebung nach Italien. Es wurde versucht, ihnen Rechtsanwält_innen zu vermitteln. Dabei zeigt sich aber immer wieder, dass das Geldproblem immens ist, da die erste Anzahlung in Anwaltskanzleien meist sehr hoch ist und Geflüchtete im Abschiebelager ja kaum Bargeld erhalten. Auch das ist eine Folge des Konzepts „Sachleistungen statt Bargeld“, welches von der Regierung bewusst verfolgt wird.

Neben allgemeiner Information wurde heute mehrfach um Übersetzung von Arztberichten aus Praxen und Krankenhäusern gebeten. Dies war etwas verwunderlich, da die Betroffenen selbst sehr gut englisch gesprochen haben – es also ein leichtes gewesen wäre, ihnen die Befunde direkt vor Ort zu erklären.

Einige Geflüchtete berichteten, dass ihnen vor 2 Tagen plötzlich alle Wasserkocher aus den Zimmern entfernt wurden mit der Begründung, dies sei nicht erlaubt – nur Familien dürften weiterhin Wasserkocher behalten.

Während des Infostandes findet auf der anderen Seite des Gehweges eine klassische rassistische Polizeikontrolle statt: 2 Geflüchtete kommen aus der Stadt zurück zum Abschiebelager. Kurz davor werden sie von der Polizei aufgehalten, ihre Ausweise kontrolliert (die die bestkontrolliertesten der Stadt sind) und auch das Fahrrad – mit dem Vorurteil, dass es gestohlen sein könnte – untersucht. Nach 10 minütiger Kontrolle können sie endlich weitergehen und kommen zum Infostand.