Allgemein, Infostandberichte

19. Februar 2020 – Unmenschlichkeit und Absurdität

Zunächst wird uns nochmal von der Razzia vor zwei Wochen berichtet. Die Polizei habe die Zimmer zwar nicht durchwühlt, aber dennoch betreten, was trotz der speziellen Gesetzeslage ohne vorzuweisenden Grund nicht erlaubt ist. Die Bewohner_innen wurden nach Drogen und Waffen gefragt.

Die Fassungslosigkeit darüber, dass nichts gesagt wird, nicht kommuniziert, sondern die Menschen einfach früh morgens aus dem Schlaf gerissen und in den Speisesaal oder Innenhof geschickt werden, ist immer noch da: eine unglaubliche Stresssituation.

Die Tatsache, dass zu jeder Zeit bekannt ist, wer sich im Lager befindet und wer es gerade verlässt, macht eine solche Praxis absurd und Razzien erfüllen nur den einen Zweck – die Menschen pschychisch mürbe zu machen und die unerträgliche Belastungssituation noch mehr ansteigen zu lassen.

Gerade durch so etwas werden Lager zu „gefährlichen Orten“ und zwar für die Menschen, die in ihnen leben müssen.

Das Dublinsystem funktioniert nicht

Eine Person berichtet uns bestürzt, dass zwei seiner Freunde vorgestern nach Frankreich abgeschoben wurden. Dort wurden sie von der französischen Polizei einfach auf die Straße gesetzt. Es wurde ihnen keine Unterkunft vermittelt, geschweige denn eine Adresse gegeben. Die betroffene Frau wurde kürzlich am Rücken operiert und konnte unmöglich auf der Straße schlafen.

So sind sie beide gestern nach Regensburg zurückgekehrt und haben der Behörde davon berichtet. Diese hat sie zur Ausländerbehörde geschickt. Dort wurden sie als Reaktion sofort verhaftet und ins Abschiebegefängnis gebracht. Seit dem besteht kein Kontakt mehr zu den beiden.

Dieser Bericht macht uns, obwohl es nichts neues ist, einfach nur fassungslos. Es wurde uns schon mehrfach von Fällen berichtet, wo Menschen in Frankreich nach der Dublinabschiebung auf der Straße sitzen. In Italien ist das lange bekannte Praxis. Dennoch ist es immer wieder schwer vorstellbar. Vor allem die rigorose Verhaftung bei der Hilfesuche nach dem behördlichen Versagen setzt der Unmenschlichkeit noch eins drauf.

Dass uns all dies von einem Freund der beiden, dem selbst bald ein ähnliches Schicksal bevorstehen wird und er gerade dennoch alles in seiner Macht stehende tut um den beiden zu helfen, berichtet wird, muss nicht weiter kommentiet werden.

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