Allgemein, Infostandberichte

28. September – Doppelstandards bleiben

Heute war während der Kundgebung wieder zu beobachten, wie
unterschiedlich die Ein- und Ausgangskontrollen im Abschiebelager
gehandelt werden. Menschen aus der Ukraine können, so wie es sein
sollte, ohne jegliche Kontrolle hinein- und hinausgehen. Sie können mit
dem Fahrrad klingeln, das Tor öffnet sich und sie können weiterfahren.
Geflüchtete aus anderen Herkunftsländern müssen nach wie vor jedes Mal
ihren „Ankerausweis“ zeigen, damit wird ihre An- oder Abwesenheit im
Computersystem dokumentiert. Dies dient einzig und allein der schnellen
Übersicht im Falle von Abschiebungen. Bzw. der Dokumentation, dass
jemand zu lange vom Abschiebelager abwesend war, was zur Verlängerung
der Dublinfrist von 6 Monate auf 18 Monate führen kann.

Ein Mensch aus Äthiopien, aus Tigray, schildert seine Situation, und dass
er vor dem Krieg dort geflohen ist. Er versteht nicht, warum dieser
Krieg nicht „zählt“, warum es nur um den Krieg in der Ukraine geht. Er
berichtet davon, dass dieser Krieg nicht als Fluchtgrund anerkannt wird.
Immer wieder erleben wir, dass die Geflüchteten aus dem Ankerzentrum die
unterschiedliche Behandlung berechtigterweise beklagen. Zum Glück
schlägt das, zumindest in unseren Gesprächen, nicht in Wut auf die
Menschen aus der Ukraine um. Die Anklage richtet sich berechtigterweise
an die deutsche Regierung, die Geflüchtete in weitere Klassen aufteilt.

Außerdem wird uns berichtet, dass es auch viele „Alltagsprobleme“ wie
zum Beispiel beim Busfahren gibt. Zu wenig Informationen und gnadenlose
Kontrollen. Ein kostenloser Nahverkehr könnte auch dieses Problem lösen.

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